Sonntagsimpuls

06. Februar 2021

07.02.2021 – 6.Sonntag im Jahreskreis

Markus 1,29-39

„Ein Tag im Leben von Jesus“ mit dieser Überschrift könnte das heutige Evangelium betitelt werden oder es würde eine Dokumentation im Fernsehen darüber laufen. Ein Tag, wie ihn viele, gerade auch in den letzten Monaten, erlebt haben mit viel Arbeit und Stress. Eigentlich zu viel Arbeit, weil es über die eigenen Kräfte geht und man selbst und die Familie darunter leiden.

Auch Jesus, so erzählt es Markus, hatte so einen Tag. Er heilte viele Kranke und noch mehr drängten zu ihm. Und da nimmt sich Jesus eine Auszeit und zieht sich zum Beten zurück. Und als ihn die Jünger suchen und finden und ihn zu den Menschen zurückbringen wollen, geht er sogar ganz weg. Er will nicht nur an einem Ort bleiben, sondern auch anderen Menschen helfen. Ihm ist bewusst, dass er nicht allen helfen, sondern nur Impulse setzten kann. So will er die Botschaft der Liebe Gottes den Menschen erklären. Sie sollen sich selber Zeit für die Kranken nehmen, die Aussätzigen nicht allein lassen oder die von Dämonen besessenen nicht ausstoßen. Die liebende Sorge füreinander steht bei ihm im Mittelpunkt. Dies zeigt er den Menschen vor Ort und fordert sie damit auch auf, dies ebenso zu tun. Deshalb geht er auch weiter, um diese Botschaft auch zu anderen zu tragen.

Sicher kann aber niemand so einfach seine Arbeit verlassen, um irgendwo anders neu zu beginnen. Aber das will Jesus auch nicht sagen, sondern er zeigt, dass es unbedingt wichtig ist, sich Momente der Ruhe zu gönnen. Er zieht sich aber nicht einfach zurück, um zu relaxen, sondern sucht die Verbindung mit seinem Vater im Gebet. Seine Botschaft und die Kraft zur Verkündigung empfängt er von Gott. Bei ihm kann er wieder seine Kräfte auftanken. Und auch heute kennt die Kirche diese Notwendigkeit. Die angestrebte Sonntagsruhe mit dem Messbesuch, Kontemplation und Meditation oder das einfache Gebet können da eine Hilfe sein. Sie können natürlich nicht die freien Tage und den Urlaub ersetzen, aber kleine Aufmerksamkeitspunkte sein und in der Verbindung mit Gott auch wieder Sinn für die Arbeit geben.

Ihr Pfr. Christoph Zimmermann